Auf den flachen Stufen vor der Paris Bar erblickte Richard Schindler eine kleine, gekrümmt sitzende Gestalt, die, eine Sonnenbrille tragend, in die Sonne blinzelte. Wenn der heutige Tag bestanden war, würde er die S-Bahn zur Krummen Lanke nehmen, um im Schlachtensee zu baden. In der letzten Woche, bevor er in das Computerprogramm geraten war, hatte er diese elysischen Gefilde bereits erkundet. Alessandro Barricos Seta lesend hatte sich Richard, umgeben von nackten Göttinnen mit wogenden Brüsten und muskulösen Helden im wehenden Gras, am Ufer des Sees gesonnt. Man würde ihm die Pforten des Elysiums doch wohl zum zweiten Mal öffnen, wenn er nur tapfer und besonnen blieb! Der mickrige Mann vor der Bar war asiatischer Herkunft, seine ölige Gesichtshaut glänzte gelb-golden im Morgenlicht. Er trug eine dicke Daunenjacke, warme Cordhosen, massive, unverschnürte Wanderstiefel und eine löchrige Wollmütze, die er tief über seine Ohren gezogen hatte. Richard eröffnete sich eine neue Chance, seine Reinheit und Erhabenheit dem Bösen gegenüber unter Beweis zu stellen. Er hatte seinen Meister, den Samurai, gefunden. Bei ihm würde er nun in die Lehre gehen, notfalls jahrelang durch die Welt ziehen, um den höchsten Grad geistiger Klarheit zu erreichen.
Richard Schindler ließ sich zu Füßen des Samurais nieder. Er wusste, dass es Monate dauern könnte, bis der Meister ihn erhören und als Schüler akzeptieren würde. So schwieg er vorerst und beäugte den weisen Mann, der offenkundig in einer tiefen Morgenmeditation steckte. (Kompletten Artikel lesen…)